Tool – Submodalitäten

SUBMODALITÄTEN.

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„Wir alle haben gute und schlechte Erfahrungen, es ist die Art, wie wir sie uns ins Gedächtnis rufen, die den Unterschied macht.“ – Richard Bandler

Was geht eigentlich in Deinem Kopf vor?
Das hier wird ein Mitmach-Artikel: weil tun ist besser, als lesen! – und weil ihr sonst nur die Hälfte von dem versteht, was ihr hier lesen werdet.

Und los geht’s:
Mitmachen. Jetzt.
Erinner Dich kurz daran, wie Du heute Morgen aufgewacht bist.

Kein Witz. Mach das – Jetzt!

W
as passiert bei der Vorstellung in Deinem Kopf: 
Hörst Du etwas? Siehst Du etwas? Fühlst Du etwas?

Dein Kopf liefert Dir auf irgendeine Art und Weise Informationen. 
Und wahrscheinlich hat Dir bisher niemand erklärt, wie genau Dein Kopf das macht. Aber dafür sind wir ja da!
Stell Dich auf Aha-Momente und Lebensveränderung ein: Jetzt!

Unsere Wahrnehmung.

Wir fangen sanft an: Wir haben 5 Sinne – Check!
Wir können sehen, hören, riechen, schmecken und tasten. Über diese fünf Sinne nehmen wir Informationen auf. Mehr machen wir den ganzen Tag eigentlich auch nicht. Das ist die einzige Möglichkeit, wie wir die Welt um uns herum wahr- und aufnehmen. Wir sehen unser Bett, wir hören Vögel und wir riechen eine Person – leider, manchmal.
Diese Eindrücke von außen kombinieren wir dann mit anderen Informationen, die schon in unserem Kopf sind: wir denken darüber nach, schaffen Verbindungen, sehen Muster etc.

Das kleine Einmaleins der Wahrnehmung:
Sinne -> wahrnehmen -> kombinieren -> abspeichern. 

Unserer einfachen Formel kommt aber leider das Menschsein dazwischen. Zum Schreck aller Psychologen haben Menschen den negativen Hang dazu, unterschiedlich zu sein.
Wir mögen andere Dinge. Und wir mögen einige Sinneskanäle lieber als andere. Die Meisten von uns bevorzugen ein oder zwei Sinne und nehmen über diese die Welt intensiver oder leichter wahr. Es gibt Leute, die lernen besser dadurch, dass sie etwas sehen, andere dadurch, dass sie etwas hören. 

Ein Beispiel zu den verschiedenen Lerntypen:
(
Kommunikativ ist nicht wirklich ein Sinn, also ignoriert das bitte für den Rest des Artikels)

Um eine Ahnung davon zu bekommen, welche Sinne (bzw. Wahrnehmungskanäle) Du bevorzugst, kannst Du jetzt den Test machen: Hier herunterladen. Nach dem Test solltest Du ein bisschen einschätzen können, welchen Kanal Du bevorzugst, um Informationen aufzunehmen.

Die aufgenommenen und gespeicherten Informationen wollen wir allerdings manchmal wieder abrufen – uns erinnern. Das ist hilfreich, wenn Deine Freundin Geburtstag hat, oder Dich jemand fragt, wie es war, heute Morgen aufzuwachen.

Da bleiben wir gleich dabei: MitmachenErinnere Dich nochmal an Dein Aufwachen von heute Morgen.
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Wie war es? Hattest Du ein Bild im Kopf? Hast Du etwas gehört? Ist ein Gefühl hochgekommen oder hast Du vielleicht Dein Bett gespürt?

Informationen holen wir genauso wieder hervor, wie wir sie hineintun: Durch Sinne. Nur mehr so rückwärts! Wir greifen auf die Informationen zu, indem wir uns innerlich Sinneseindrücke vorstellen. Wir sehen zum Beispiel ein Bild vor unserem geistigen Auge oder hören innerlich eine Stimme.

Jetzt der abgefahrene Sh*t: Du kannst Informationen anders abrufen, als Du sie speicherst!

Vielleicht erinnerst Du Dich sehr gut an gehörtes, dass heißt aber nicht, dass Du die Informationen wieder hörst, wenn Du Dich erinnerst. Es kann sein, dass Du die Informationen als Bild wieder hervorrufst, anstatt als Stimme. Ich kann Dir also zum Beispiel erzählen, wie mein Hund aussieht und wenn Du Dich später daran erinnerst, hörst Du nicht meine Stimme, sondern konstruierst in Deinem Kopf ein Bild von meinem Hund – klar?

Ich persönlich nehme die Welt viel über sehen und fühlen auf, aber ich erinnern mich hauptsächlich auditiv. Ich rede viel mit mir selbst, wenn ich mich an etwas erinnert – mehr als es zu fühlen oder es in Bildern zu sehen.

What? Crazy, right?! Wir sind drauf und dran unsere Gehirn-Black-Box zu entschlüsseln!

Es wird noch besser! Gehen wir davon aus, Du hast bei Deiner Erinnerung von oben, ein Bild von Deinem Bett gesehen. Nimm das Bild und mache es mal heller. Stell Dir vor es scheint eine Lampe darauf und das Bild wird heller und heller, bis es ganz weiß ist – Wie fühlst Du Dich? 

Hast Du jemals versucht, die Helligkeit eines Bildes in Deinem Kopf zu verändern? Ich rate: Nicht so oft – zumindest nicht bewusst.
Meistens nehmen wir das, was unser Kopf uns vorgibt, einfach so hin, ohne es zu hinterfragen. Wir lassen den ganzen Spaß da drin geschehen, ohne uns einzumischen, aber… ab heute ist damit Schluss!

Mit dem Verändern der Helligkeit haben wir an den Details unserer Sinne geschraubt.
Bilder sind nicht einfach Bilder. Unsere Wahrnehmung der Welt ist sehr differenziert. Bilder haben verschiedene Eigenschaften: Farben, Helligkeit, Größte, Entfernung etc.

Die Feinheiten unserer Wahrnehmung: Submodalitäten.

Submodalitäten sind die Unterkategorien unserer Sinneseindrücke.

  • Sehen: Farbe, Helligkeit, Kontrast etc.
  • Hören: Lautstärke, Tonlage, Richtung etc.
  • Tasten: Temperatur, Druck, Intensität etc.

Nice, gut zu wissen! Und nun?

Mitmachen – Jetzt: Stell Dir eine unangenehme Situation vor.
Erinner Dich zum Beispiel an etwas, dass Dich leicht nervt.
Stell es Dir bildlich vor. Wenn Du das Bild hast, 
schraube die Helligkeit der unangenehmen Erinnerung herunter, bis das Bild fast schwarz ist.
Falles Du der auditive Typ bist und eher hörst als siehst: Drehe den Ton herunter, bis die Stimme oder das Geräusch weg ist.

Was hat sich verändert? Fühlst Du Dich besser?

Dein Kopf speichert Gefühle und Interpretationen zu einer Erinnerung durch unterschiedliche Submodalitäten ab.

Jemanden, den Du magst, stellst Du Dir durch andere Submodalitäten vor, als jemanden, den Du nicht magst – u
nd jemanden, vor dem Du Angst hast, wieder ganz anders.

Wenn wir verstehen, welche Eigenschaften gewisse Vorstellung haben und welches Gefühl das bei uns auslöst, können wir anfangen, mit ihnen zu spielen und unsere Erinnerungen, Gefühle und Interpretationen zu verändern.

Um eine belastende Erinnerung an ein Gespräch zu verändern, hilft es mir zum Beispiel, wenn ich die Stimme der anderen Person stumm drehe. Ist die Stimme weg, ist magischer Weise auch das belastende Gefühl weg.
Der Ton der Erinnerung ist bei dieser Situation bzw. diesem Gefühl eine sogenannte Treiber-Submodalität. Eine Treiber-Submodalität ist das ausschlaggebende Detail einer Vorstellung. Wenn man dieses Detail ändern, ändern sich mit ihr andere Dinge in der Erinnerung, wie zum Beispiel die größer des Bildes oder das Gefühl dazu. 

Durch das Spielen mit den Submodalität, könnt ihr also eure Interpretation der Vergangenheit und auch das Gefühl dazu verändern.
Das ist ganz praktisch: Neurowissenschaftler haben herausgefunden, wenn wir uns erinnern, erinner wir uns nich an die eigentliche Situation, sondern an die Erinnerung der Situation. Jedes Mal, wenn wir uns erinnern, verzerren wir also das Bild der tatsächlichen Situation.

Situation <- Du erinnerst Dich <- Du erinnerst Dich an die Erinnerung <- Du erinnerst Dich an die Erinnerung usw. 

Das heißt, wenn eure letzte Erinnerung positiv war, werdet ihr allgemein ein positiveres Bild von der Situation bekommen. So könnt ihr in eurem Kopf eine negative Erinnerung Schritt für Schritt neutral werden lassen. (Ich muss die Quelle suchen, aber ich bin mir fast sicher, ich hab das aus dem Buch: Stumbling on Happiness*)

Der Trick geht noch weiter! Dadurch, dass wir die Vergangenheit verändern, verändern wir die Geschichten, die wir uns erzählen und dadurch das Gefühl, das wir mit der Sache verbinden. (Siehe Post: Es liegt alles an den Geschichten, die Du Dir erzählst)
Wir verändern also die Erinnerung an die Vergangenheit, das macht uns ein besseres Gefühl, wenn wir uns erinnern und das verändert die nächste Reaktion in der Zukunft!

Wie im Modul Intention beschrieben: Bevor wir etwas tun, denken wir und bevor wir denken, fühlen wir.
Wenn ich Dir jetzt sage: „Sprich Die nette Lady an der Bar an“, wirst Du, bevor Du zur Tat schreitest, Dich ganz natürlich zuerst daran erinnern, wie es das letzte Mal gelaufen ist. Wenn Du fleißig davor mit den Submodalitäten Ninja-Stuff gemacht hast, und Dir eine neutrale bzw. vielleicht sogar positive Erinnerung geschaffen hast, wirst Du es wesentlich eher durchziehen, als zuvor!

Submodalitäten-Arbeit macht sowohl Vergangenheit, wie auch die Zukunft besser und ist der Sh*t für Verhaltensveränderung!

Ihr könnt mit der Hilfe von Submodalitäten Erinnerungen wie Kritik und Zurückweisung analysieren und neu interpretieren, und die Angst davor abschwächen oder vielleicht sogar nehmen. Außerdem könnt ihr den inneren Kritiker stummzuschalten, euch besser motivieren, euch beruhigen, euren Mut steigern etc. (Eine Übung für bzw. gegen den inneren Kritiker, findet ihr bei den Aufgaben unten.)

Submodalitäten und interne Strategien.

  • Was motiviert Dich?
  • Wie triffst Du Entscheidungen?
  • Was inspiriert Dich?

Irgendeine Ahnung? Wenn es Dir geht, wie den Meisten, hast Du nicht den blassen Schimmer. Vielleicht kannst Du sagen: „Yoga / Kampfsport / Kochen motiviert mich“. Du kannst nennen zu was Du motiviert bist, aber nicht was Dich motiviert.
Motivation ist ein Prozess bzw. eine Strategie, die in Dir abläuft.

Mitmachen! Denke kurz an etwas, das Dich motiviert: Woher weißt Du, dass Du motiviert bist?
Durch die Submodalitäten kennst Du alle Mittel, um das herauszufinden. Du kannst die Motivations-Strategie entschlüsseln, die in Dir abläuft.

Beispiel: Motivation, um in die Arbeit zu gehen:
Du hast ein inneres Bild von dem, was Schlimmes passiert, wenn Du etwas nicht machst -> Das ruft ein schlechtes Gefühl in Dir hervor -> Dadurch wird das angsteinflössende Bild größer -> Das Gefühl wird intensiver -> Eine innere Stimme taucht auf und sagt: „ich muss das jetzt tun“ -> Du machst es.

Diese Sequenz von inneren Abläufen nennt man Strategie. Diese Motivations-Strategie, kann bei jedem unterschiedlich sein!
(Angst vor negativen Konsequenzen ist übrigens ein sehr starker Motivator: Wir erzeugen so lange eine negative Emotion, bis wir motiviert sind, sie zu vermeiden.)

Wenn ihr eueren Prozess kennt, um euch zu motivieren, könnt ihr Motivation für so gut wie alles finden!
Eine allgemein wertvolle Erkenntnis über unseren Kopf: Es geht nie um den
Inhalt, es geht immer nur um das wie.

Strategien im Detail zu erklären sprengt hier den Rahmen. Ich wollte euch nur ein Beispiel dafür geben, wie ihr mit Submodalitäten euer Leben verändern könnt!

„Alles lässt sich verändern – die Frage ist nur, ob eine Veränderung nützlich ist“ – Richard Bandler

Quellen.

Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links

Audio-Datei.

Ein Ausschnitt aus dem Stream über Submodalitäten. Wir klären ein paar sehr gute Fragen der Teilnehmer!

Aufgaben.

#1 – Den inneren Kritiker zähmen!

Ein Ausschnitt aus dem Stream. Klärt viele Fragen, die während der Übung aufgekommen sind und hilft euch, das Beste aus ihr rauszuholen.
  1. Hast Du einen inneren Kritiker in Dir; eine negative Stimmte, die Dich nervt?
  2. Welches positive Ziel hat diese Stimme, was will sie für Dich erreichen?
    – Will sie Dich vor Fehlern bewahren?
    – Dich anfeuern?
    – Dich vor Risiken bewahren? 
  3. Verstehst Du die positiven Absicht und denkst, dass diese Absicht auch nützlich für Dich ist?
  4. Wenn ja, frag die Stimme, ob sie Infos hat, die Dir helfen, diese positive Absicht auch zu erreichen.
  5. Wenn die Stimme wertvolle Infos für Dich hat, bitte die Stimme ihre Art und Weise zu ändern, wie sie mit Dir spricht. Versichere ihr, dass Du ihr dann eher zuhörst und sie auch verstehst und sie dann mehr Erfolg hat, mit dem, was sie gutes will. 
  6. Nimm die Submodalitäten zur Hand und male Dir aus, wie die Stimme mit Dir sprechen könnte, damit Du ihr besser zuhören kannst:
    – Ein freundlicherer Tonfall?
    – Leiser und sanfter reden?
    – Präzise Anweisungen geben, anstatt zu kritisieren?
  7. Wenn Du fertig bist, frage die Stimme, ob sie auch bereit ist, das zu tun.
  8. Wenn ja, probiert es aus!

    Falls irgendwo in dem Prozess ein Nein kommt, probiert weiter. Seit offen dafür, dass die Stimm etwas Positives für euch will! Auch wenn es euch vorkommt, als würde sie euch ärgern wollen und ihr ablehnend auf sie reagiert – genau das ist oft das Problem.

#2 – Negatives positiver machen.

  1. Sucht euch einen Partner.
  2. Druck euch die Arbeitsblätter Liste der Submodalitäten aus.
  3. Person A sucht sich eine positive Erinnerung. (Auf einer Skala von 1-10, so eine 7)
  4. Person A stellt sich die Erinnerung vor.
  5. Person B geht die Liste der Submodalitäten durch und fragt nach allen Submodalitäten.
  6. Person A sucht sich einen negative Erinnerung. Auf einer Skala von 1-10 so eine 3.
  7. Person A stellt sich die Erinnerung vor.
  8. Person B geht wieder die Liste durch und fragt nach allen Submodalitäten.
  9. Vergleicht zusammen die beiden Listen: Gibt es Unterschiede in den Submodalitäten? Wenn ja, markiert sie.

  10. Person A erinnert sich nochmal an die negative Situation und überträgt die Submodalitäten aus der positiven Situation auf die Negative. Bsp: Die Positive war bunt oder hat sich bewegt, dann macht die Negative jetzt auch bunt oder bewegt.

  11. Was hat sich verändert? Fühlt sich die Situation anders an?

  12. Wenn ihr wollt, tauscht jetzt die Rollen.

#3 – Eure Gefühls-Bibliothek.

Welches Gefühl hat welche Submodalitäten? 
Geht verschiedene Gefühle durch und findet es heraus!
– Wie sieht Angst für euch aus?
– Wie sieht Wut für euch aus? 
– Wie sieht Freude für euch aus?
– etc.

Durch diese Übung bekommt ihr ein besseres Gespür für euere Empfindungen.
Das hilft euch, schneller zu erkennen, was in euch vor geht und welche Submodalitäten die Wichtigsten sind, um mit dem Gefühl umzugehen.

#4 – Ein positives Selbstbild schaffen.

  1. Stell Dir innerlich Dich selbst vor. 
  2. Wie siehst Du Dich? Klein, groß, selbstbewusst, ängstlich? – Geh Die Submodalitäten durch.
  3. Wenn Du nicht zufrieden bist, mit dem, was Du siehst:
    Welches Gefühl würdest Du gerne haben, wenn Du Dich selbst siehst?
  4. Überlege Dir ein Gefühl und spiele mit den Submodalitäten herum, bis Du das Gefühl erreichst.
    Beispiel: Mehr Selbstbewusstsein? – Mach Dich größer, heller, strahlender, gibt dir einen leuchtenden Schein etc.
  5. Übertrage Submodalitäten.
    – Stell Dir jemanden vor, mit dem Du das Gefühl verbindest, dass Du suchst.
    – Wie stellst Du Dir die Person vor: Wie sieht sie aus, wie redet sie? 
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