Tool – Satzergaenzungen

SATZERGÄNZUNGEN.

Level:

Weißgurt

Du rutscht unruhig auf deinem Stuhl auf und ab, bist ganz nervös und irgendwo drückt’s? Satzergänzungen locken quengelnde Gedanken aus der Reserve und enttarnen automatisierte, störende Verhaltensweisen. Durch ihre Hilfe hören wir genauer hin und schärfen unseren Blick, um unbewusste Gedanken und Handlungen zu erspähen. Wir buddeln erfreulich viele Erkenntnisse darüber aus, was uns beschäftigt, und stolpern über Antworten auf die Fragen: „Was muss ich verändern? Welche Gefühle blockieren mich? Und welcher Weg ist für mein Leben gerade der Beste?“

Die Satzergänzungen sind eine Analyse-Technik, um unterbewusste, automatisierte Gedanken, Verhaltens- und Schutzmechanismen aufzudecken. Sie zwingen uns hinzuschauen und unser Probleme zu erkennen und anzunehmen.

Vor 3 Jahren war diese Übungen für mich der erste Schritt, um mir einzugestehen, dass ich für meine Gesundheit, meinen Körper und meinen Selbstwert zum Rauchen aufhören muss und eigentlich auch schon will. Es war der Anstoß, um die Veränderung bewusst einzuleiten.

Ihr könnt euch das Tool als einen kleinen Detektiv vorstellen. Er deckt neue Hinweise auf, finden zusammenhänge und kommt der Ursache Schritt für Schritt näher. Er bespitzelt DeinVerhalten und macht Dich aufmerksam für die kleinen Details, die Du sonst übersiehst. Er schaut mit seiner Lupe ganz genau hin und entdecken, was sonst verborgen bleibt.

So funktioniert’s.

Vorbereitung:
Schreibe für jeden Wochentag folgenden Satz 10 Mal auf (Papier oder Laptop): „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“

Beispiel Montag:
1) „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
2) „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
3) „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
4) „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
5)„Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
6) „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
7) „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
8) „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
9) „Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“
10)„Wenn ich heute 5% ehrlicher bin, …“

Am Ende der Woche hast Du im besten Fall 50 Satzergänzungen aufgeschrieben.

1. Am ersten Tag:
Am Morgen, vor jeder anderen Aktivität – aber nach dem Augen aufmachen, ergänze den obigen Satz mit allen Endungen, die Dir in 2–3 Minuten einfallen – schnell, spontan, ohne zu denken.
Entspann dich: Deine Endungen müssen weder immer der Wahrheit entsprechen, noch Sinn machen – Hauptsache du schreibst etwas.

2. Eine Woche lang:
Wiederhole das jeden Morgen, eine Woche lang.

3. Am Wochenende:
Lies alles nochmal durch, was Du in der Woche geschrieben hast, und dann ergänze folgenden Satz mit mindestens 6 Endungen:
„Wenn irgendetwas von dem, was ich diese Woche geschrieben habe, wahr ist, dann wäre es hilfreich, wenn ich, …“

Die Reflexion am Wochenende bringt Sinn und Struktur rein. Wir wollen herausfinden: Was hat sich öfter wiederholt? Welche Endungen lösen Gefühle bei mir aus? Was fühlt sich positiv an? Was fühlt sich negative an? Und wieso?
Reflektiere und hinterfrage ehrlich Deine Endungen und Gefühle. Pass auf, dass Du Deine Gefühle nicht rechtfertigst oder wegargumentierst! Wir wollen sie annehmen und akzeptieren, auch wenn sie uns vielleicht nicht gefallen.
Nach dem Reflektieren, überlege Dir, wie Du Deine Erkenntnisse/ das Ergebnis in der kommenden Woche auch in Handlungen oder in neuen Verhaltensweisen umsetzen kannst.

4. Vor der nächsten Woche:
Such Dir einen neuen Satz aus dem 15-Wochen Plan für ein ehrlicheres und authentischeres Leben. 

Variationen:

– Mach es am Morgen und auch am Abend.
– Bastel Dir Deine eigenen Satzanfänge und benutze die.

Quellen.

Die 6 Säulen des Selbstwertgefühls* – Nathaniel Branden (Deutsch)
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