Tobias Roppelt

iPhone-Icons für einen besseren Umgang mit Social Media.

UX & Innovative Produktentwicklung.

Das Problem:  Immer mehr Menschen tun sich schwer damit, Abstand von Social Media zu halten. Das ist für manche nur problematisch für ihre Produktivität, wohingegen es bei anderen wirkliche Abhängigkeitsgefühle auslösen und massiv in ihr Leben eingreifen kann. 

Lösung: In dieser Case-Study beschreibe ich, wie ich die Insights der Verhaltensforschung genutzt habe, um ein Produkt zu entwickeln, das Menschen dabei hilft, ihre Social-Media-Sucht zu bekämpfen und wieder fokussierter und produktiver zu arbeiten.

Zwei Iphones auf schwarzem Hintergrund zeigen die Icons

Hintergründe.

2020 wurden vielen von uns durch Corona dazu gezwungen, die Arbeit mit nach Hause zu nehmen und den Großteil unserer Tätigkeiten auf digital umzustellen. 

Digital zu arbeiten hat zwar ziemlich viele Vorteile (keine Hose tragen), aber auch fiese Schattenseiten.

Webseiten und Apps wie Netflix, Facebook, Twitter, Instagram etc. wurden so gestaltet, dass sie uns so lange wie möglich auf der Plattform halten und ehrlich gesagt: abhängig machen. (Chess.com ist hier mein guilty pleasure.)

Wenn man allerdings weiß, wie unser Kopf funktioniert und welche Methoden genutzt werden, um diesen Drang nach Social Media zu steigern, kann man das Wissen auch nutzen, um dagegenzuwirken.

Ich habe die Insights der Verhaltensforschung genutzt, um Social Media Icons für das Iphone zu entwickeln, die Leuten dabei helfen, ihren Social Media Konsum einzugrenzen. 

Drei nützliche Erkenntnissen der Verhaltensforschung.

Visuelle Erinnerungen erhöhen die Wahrscheinlichkeit, eine Verhaltensweise zu tun.

Trigger ausblenden reduziert die Wahrscheinlichkeit eine Verhaltensweise zu tun.

Friktion in den Prozess einbauen, reduziert die Wahrscheinlichkeit, dass wir etwas tun.

1. Visuelle Erinnerungen schaffen.

Jede Gewohnheit brauch einen Auslöser und dieser Auslöser ist meistens visuell. Wir haben 11 Millionen sensorisch Rezeptoren, davon sind 10 Millionen für visuellen Reizaufnahme verantwortlich. (Quelle: Atomic Habits). Das heißt, der visuelle Reiz ist der häufigste Auslöser für eine Verhaltensweise.

Etwas zu sehen löst eine Reihe von Prozessen in uns aus, die uns zum Beispiel daran erinnern, wie gut es sich anfühlt X zu tun, oder warum wir uns nochmal vorgenommen haben Y zu machen.

Icons für weniger Social-Media-Nutzung

Die Social Media Iphone-Icons machen sich genau, das zunutze. 

Sie helfen dabei, sich bei jedem Blick auf das eigene Handy klar darüber zu werden, wie automatisiert man Social Media nutzt. Das macht es wahrscheinlicher, dass wir unsere unbewussten Handlungen noch mal hinterfragen und über sie nachdenken, bevor wir wirklich handeln. 

2. Trigger ausblenden.

Wir drehen den Spieß um: Wenn wir einen visuellen Auslöser (Trigger) verstecken, ist es wesentlich unwahrscheinlicher, dass wir einer negativen Verhaltensweise nachgehen.

Das klappt bei Social-Media, sowie bei Heroin… aber das ist eine längere Geschichte.

Ein unabsichtlich, aber für unseren Zweck wertvolles,  Feature des Iphones:
Wenn wir Custom-Icons für unsere Apps nutzen, sehen wir die verlockenden kleinen roten Punkte mit den Zahlen drin nicht mehr.

Wir wissen also nicht, ob wir eine Nachricht erhalten haben oder nicht. Das ist ziemlich praktisch, wenn wir uns fokussieren wollen.

3. Friktion in den Prozess einbauen.

Egal ob es um den Check-out in einem Onlineshop oder die händische Nutzung eines Produktes geht: Die ganze Welt versucht Friktion zu verhinder

Wir wollen die Bedienung so einfach und leicht wie möglich machen, sodass es keinen Punkt gibt, an dem ein User / Kunde sich anstrengen oder nachdenken muss.

Schon die leichteste Störung (Kunde findet den Bezahl-Button nicht gleich) kann dazu führen, dass der Kunde den Shop verlässt und vielleicht nie wieder kommt. 

Das drehen wir ebenfalls um und bauen absichtlich Friktion in unseren Prozess mit ein, um unsere Social- Media-Gewohnheit zu bremsen.

Glücklicherweise übernimmt Apple das auch für uns. Custom-Icons lassen sich nur über die Kurzbefehl-App einstellen.

Wenn wir eine App mit Custom-Icons öffnen, öffnet sich zuerst die Kurzbefehl-App. Das ist ein Point-of-Friktion: Ein Bruchteil einer Sekunde, in der unser Automatismus gestört wird und wir angeregt werden, über unser Verhalten nachzudenken. 

Die Gestaltung: Ästhetik & Humor.

Das Icon-Bundle hat zwei Varianten von Icons. Die Humorschiene, die unterhält und ein gutes Gefühl macht (noch ein gutes psychologisches Mittel für das Ändern von Gewohnheiten). Und die ästhetische Variante für Hipster & Minimalisten (ein Großteil meiner Zielgruppe).

Ein Iphone zeigt die designed Icons, um sich von sozial Media fernzuhalten
Ein Iphone zeigt die designed Icons, um sich von sozial Media fernzuhalten

Funktioniert es?

Auf Papier klingt es wundervoll, ob es auch funktioniert, weiß ich leider noch nicht. Das Projekt befindet sich in der Beta-Phase. Ich hab ein paar Freiwillig aber brauche einige mehr, um ein repräsentatives Ergebnis zu liefern.

Ich bin also auf der Suche nach Testern, die ein Problem mit ihrem Social Media Verhalten haben oder ihre Produktivität steigern wollen. Falls du Interesse hast, schreib mir gerne eine E-Mail: Info@tobiasroppelt.de

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