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#1. Gewohnheiten schränken unsere Freiheit ein.

Ein routinierter Tag wirkt für viele erschreckend langweilig. Von außen betrachtet bekommt man den Eindruck, dass Routinen und Gewohnheiten einem den ganzen Spaß und die Spontanität aus dem Alltag nehmen. Allerdings wirkt das eben nur von außen so!

Gewohnheiten schränken unsere Freiheit nicht ein, sondern sind im Gegenteil der direkte Weg in ein freieres, flexibleres und kreativeres Leben. Sie sind nichts anderes als automatisierte Lösungen für regelmäßig auftretende Probleme und wiederkehrenden Stress. Gewohnheiten sind sozusagen mentale Abkürzungen für Problemlösungen, die unser Kopf braucht, um sich Zeit und Energie zu sparen.

Wenn du dir jeden Tag von Grund auf neu überlegen müsstest, wie Kaffee machen geht, hättest du ziemlich wenig Zeit, um etwas Neues mit deinem Tag anzustellen oder Freiheit zu genießen.

Im Endeffekt machen Gewohnheiten die Basics deines Lebens und Alltags einfacher und geben deinem Kopf mehr Zeit und Energie für freies Denken, Kreativität und neue Erfahrungen. 

#2. Die richtigen Ziele führen zum Erfolg!

Jeder, der an einem Wettkampf teilnimmt, hat ein Ziel: gewinnen!
Am Ende des Wettkampfs bekommt allerdings nur einer den ersten Platz. Das Ziel macht also nicht den Unterschied zwischen Gewinnern und Verlieren bzw. Erfolg und Misserfolg aus. 

Ziele sind gut, um uns eine Richtung vorzugeben, die zu unseren Werten passt und zu dem, was wir für sinnvoll und wichtig halten.

Ziele sind aber eben nur eine Richtung und bleiben Träume, solang wir nicht anfangen etwas zu tun. Ob wir unser Ziel erreichen liegt also weniger an dem Ziel, sondern hauptsächlich an dem System, dem wir täglich folgen, um Fortschritte zu machen. Dieses System sind unsere täglichen Gewohnheiten, die uns helfen, unserem Ziel jeden Tag ein Schritt näherzukommen.

#3. Es gibt gute und schlechte Gewohnheiten. 

Wir neigen dazu, alles als Schwarz oder Weiß zu kategorisieren. Eine Verhaltensweise ist für uns entweder generell gut oder generell schlecht.

Diese Ansicht ist allerdings nicht ganz das richtige Maß für Gewohnheiten. Eine Gewohnheit ist im Prinzip immer ein Ausdruck deiner Persönlichkeit und der Werte, die dir wichtig sind. Die wichtige Frage bei Gewohnheiten lautet: Hilft dir deine Gewohnheit dabei, die Person zu werden, die du sein möchtest bzw. Hilft sie dir deine Persönlichkeit auszudrücken?

Eine Gewohnheit ist in diesem Sinne weder gut noch schlecht, sondern eher effektiv. Sie hilft uns entweder, ein Problem zu lösen oder unser Innenleben auszudrücken.

Wenn ein muskulöser Körper Ausdruck deiner Werte und Persönlichkeit ist, ist viel Essen (kombiniert mit viel Training) eine effektive Gewohnheit. Wenn du hingegen einfach Gesundheit schätzt und deswegen versuchst, deinen Körper wieder auf ein gesundes Gewicht zu bringen, ist viel Essen eine ziemlich ineffektive Gewohnheit.

#4. Gewohnheiten sind wie Life Hacks.

Gewohnheiten haben das Image, bewusst gewählte Verhaltensweisen zu sein, die wir uns aneignen, um unseren Tag effektiver, produktiver oder einfacher zu machen. Sie kommen uns vor wie kleine Hacks, die wir in unseren Alltag einbauen, um gesund, fit oder schnell in irgendwas besser zu werden. Gewohnheiten sind aber keine losgelösten Verhaltensweisen, die wir einfach Mal so machen, weil wir gehört haben, dass kalt duschen, uns mehr Energie bringt.

Gewohnheiten sind Ausdruck deiner Identität und Persönlichkeit und zeigen Dir und der Welt, was für Dich wichtig und richtig im Leben ist. 

Unsere Verhaltensweisen lügen nicht. An unseren täglichen Gewohnheiten können wir sehr gut ablesen, wer wir sind und was wir für richtig und wichtig im Leben halten. Das, was wir jeden Tag wiederholen, ist bzw. wird fester Bestandteil unserer Persönlichkeit. Ergo, wenn ich jeden Tag rauche, nenne ich mich selbst irgendwann Raucher. 

Gewohnheiten sind Teil eines größeren Systems – deiner Identität – und keine kleinen Tricks, um deinen Alltag zu erleichtern.

Jemand rennt die Treppe hoch und man sieht die Schuhe.

#5. Um neue Gewohnheiten zu etablieren, brauchen wir Motivation.

Unsere Gesellschaft sieht Motivation als die ultimative Quelle der Energie, die uns dazu bringt, alles zu tun, was wir uns erträumen – wenn wir sie nur mal finden!Wir glauben, dass jeglicher Gedanken daran, an unserem Leben etwas zu verändern, sinnlos ist, solange Motivation uns nicht zufällig eines Nachts in einer Bar begegnet und mit uns nach Hause gehen will.

Die Probleme mit diesem Bild von Motivation sind natürlich vielseitig, aber heute will ich auf einen sehr unterschätzen Aspekt eingehen: Oft denken wir, dass es uns an Motivation fehlt, wenn es uns eigentlich an Klarheit fehlt!

Wir lieben es, uns ziemlich vage auszudrücken: „Ich mache bald Sport“. Das verwirrt allerdings unser Gehirn mehr, als es hilft. Unser Kopf ist manchmal weniger klug, als wir das gerne hätten. Er braucht konkrete Anweisungen von uns, um zu verstehen: was genau, wann genau und wie genau es etwas tun sollte! 

Schon alleine zu definieren, wann und wo wir etwas tun, kann Wunder wirken. Das nennt sich „Implementation Intention“ und bedeutet konkret gesagt das: Wie du denkst, dass du eine neue Gewohnheit implementierst?

#6. Eine Verhaltensweise ist unabhängig von anderen Verhaltensweisen.

Alles, was wir tun, schafft einen gewissen Kontext. Dieser Kontext trägt „Cues“ in sich, die weiter Verhaltensweisen auslösen. Nur mal kurz die Wäsche aufhängen, führt schnell dazu, dass uns einfällt, dass wir noch staubsaugen müssen oder das Hemd von letzter Wäsche bügeln oder, dass es langsam mal wieder Zeit wird seine Unterhose zu wechseln

Kein Verhalten existiert in Isolation. Wenn wir Verhalten X machen, ist es sehr wahrscheinlich, dass wir auch andere Dinge tun, die wir mit X verbinden.

Das kann zu einer Spirale der Ablenkung werden, wenn wir zum Beispiel anfangen, auf Social Media zu surfen und 30 Minuten später merken, dass wir gleich alle Plattformen durchgescrollt haben. Genau so kann es uns aber auch helfen mehr von dem zu machen, was wir wirklich möchten bzw. produktiver und zielstrebiger zu werden.

Wichtig zu verstehen ist: Egal was du tust und wie klein und groß die Handlung auch sein mag, es hat zu 100 % Auswirkungen auf das, was du als Nächstes tun wirst.

#7. Gewohnheiten zu etablieren oder zu verändern braucht Willenskraft.

Wir so: Wenn wir es nur wirklich wollen würden, würden wir es auch tun!
Die Wahrheit: Menschen sind generell faul und bequem! 

Unsere Willenskraft ist wie das coole Kid in der Schule: Laut, beliebt, wortgewandt – kann aber eigentlich nicht viel. Willenskraft bekommt viel Aufmerksamkeit, ist in Bezug auf das Verändern von Gewohnheiten aber eher zweitrangig.

Wie so oft vernachlässigen wir das Unscheinbare, das eigentlich helfen würden: Unser Umfeld verändern.
Du willst mehr trinken? Stell dir eine Flasche Wasser auf den Tisch und erstaune, wie schnell sie leer wird!
Unsere Umgebung so zu gestalten, dass sie positive Verhalten fördert ist wesentlich effektiver als Willenskraft. Unser Kopf ist besessen davon, Energie zu sparen. Und es ist wesentlich leichter, es ihm einfach einfacher zu machen, indem wir unser Umfeld verändern, anstatt mit ihm darüber zu argumentieren, dass er doch bitte seine Evolution vergessen sollte und gefälligst das machen, was wir von ihm wollen! 

Wir liebäugeln so sehr mit der Willenskraft, weil sie uns heroischer vorkommt oder, weil wir durch sie mehr den Eindruck von Kontrolle haben. Der Umgebung Einfluss zuzuschreiben, würde unserem freien Willen etwas Macht absprechen, womit wir gar nicht so gut umgehen können!

Weniger Ego, weniger Willenskraft, mehr Umgebung verändern = happier Leben.

#8. Eine neue Gewohnheit zu lernen dauert 30-45 Tage.

2-mal in 30 Tagen zu meditieren, macht meditieren leider zu keiner neuen Gewohnheit. Zeit spielt zwar eine Rolle, ist aber der falsche Maßstab für das Aufbauen von Gewohnheiten.

Um eine neue Gewohnheit zu etablieren, kommt es weniger auf Zeit und viel mehr auf die Häufigkeit der Wiederholungen an. Wenn Du 30 Mal (oder mehr) in 30 Tagen meditierst, wird es wahrscheinlich, das meditieren eine neue Gewohnheit von Dir wird. Wenn Du 60 mal in 30 Tagen meditierst, wird es sogar ziemlich wahrscheinlich!

Mit jeder Wiederholung baust du mehr neuronale Verbindungen auf, die für diese Gewohnheit zuständig sind. Und das kommt eben nur durch Tun und weniger, durch Zeit verstreichen lassen.

Ein Kalender, der den Januar zeigt.

#9. Rückschläge sind der Tod unserer Motivation.

Rückschläge sind ätzend! Wir kommen uns grauenhaft vor, wenn wir 25 Tage eine neue Gewohnheit durchgezogen haben und dann einen Tag verpassen! Diese Rückschläge zu überwinden ist auch ein Skill, den wir lernen müssen, aber nicht die größte Bedrohung für unsere Gewohnheiten. Der Tod von neuen Gewohnheiten kommt nicht durch Rückschläge, sondern durch Langeweile! 

Gewohnheiten werden irgendwann eintönig und ihre Resultate vorhersagbar. Und sobald unsere Gewohnheiten alltäglich werden, fangen wir an, nach Neuem zu suchen.
Vielleicht ist das der Grund für den nicht enden wollenden Kreislauf, in dem wir von einem Training zum nächsten, von einer Diät zur nächsten und von einer Geschäftsidee zur nächsten springen. Uns wird so langweilig, dass wir aufhören, selbst wenn das, was wir tun, wunderbar funktioniert. 

Quellen:

Atomic Habits – James Clear (englisch* | deutsch*)

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